Wer drauf ist, ist drauf. Oder?

3. Das Recht am eigenen Bild

Kann ich jeden einfach so filmen oder muss ich um Erlaubnis fragen?

Das Allgemeine Persönlichkeitsrecht legt fest, dass jeder Mensch selbst bestimmen darf, ob und in welchem Zusammenhang Bilder von ihm veröffentlicht werden. Also musst du immer fragen – und zwar nicht nur nach der Erlaubnis, dass du ihn/sie filmen darfst, sondern genauso nach der Erlaubnis, dass du die Aufnahmen später veröffentlichen darfst. Um auf privatem Gelände oder in Gebäuden filmen zu dürfen, benötigst du ebenfalls eine Erlaubnis des Eigentümers (Drehgenehmigung). Auch das Filmen in öffentlichen Gebäuden ist grundsätzlich nur mit Drehgenehmigung möglich. Am besten, du fragst den Pförtner nach dem zuständigen Ansprechpartner.

Kann ich irgendwie meine Chancen erhöhen, die Erlaubnis zu kriegen?

Ja. Stell dir vor, dich will jemand filmen – was würdest du wissen wollen? Vermutlich: Wer seid ihr? Worum geht es? Wofür macht ihr das? Und natürlich: Wo und wann wird das zu sehen sein? Stell dich und dein Projekt vor – damit hast du schon die halbe Miete.

Stimmt es, dass man ab fünf Personen im Bild nicht mehr um Erlaubnis fragen muss?

Nein, das ist ein Mythos. Entscheidend ist, in welchem Zusammenhang die Aufnahmen entstehen. Nur bei folgenden Rahmenbedingungen muss man vorher kein Einverständnis einholen:

  1. Die Personen sind nur Beiwerk des eigentlichen Motivs. Macht ihr Aufnahmen vor dem Brandenburger Tor, lässt es sich kaum vermeiden, dass auch Touristen zu sehen sind. Wichtig ist, was im Zentrum des Bildes steht. Hier sind die Grenzen aber fließend und jeder schätzt es evtl. anders ein, ob es sich um „Beiwerk“ handelt oder nicht!
  2. Es handelt sich um ein berichtenswertes öffentliches Ereignis wie z. B. eine Demo, ein Fußballspiel, ein Konzert oder eine Naturkatastrophe. Aber nur dann, wenn Leute in der Menge gezeigt werden. Bereits das Heranzoomen Einzelner kann problematisch sein!
  3. Es handelt sich um Personen des öffentlichen Interesses wie z. B. Musiker, Politiker oder andere Prominente (das gilt aber NICHT für deren Kinder oder Partner!), sofern sie in Ausübung ihrer öffentlichen Tätigkeit gezeigt werden – auch Promis haben ein Recht auf Privatsphäre!

In welcher Form muss das Einverständnis zur Aufnahme und Veröffentlichung vorliegen?

Idealerweise lässt du dir das Einverständnis schriftlich geben, das ist die sicherste Variante – hier findest du eine Vorlage für eine Einverständniserklärung.

Wenn dir das Einverständnis mündlich gegeben wird, dann filme diese mündliche Zusage zur Sicherheit und hebe die Aufnahmen auf.

Auch durch sogenanntes schlüssiges Verhalten kann ein Einverständnis gegeben werden: Du interviewst jemanden und diese Person sieht (z. B. durch das Sender-Logo am Mikrofon), dass du von ProSieben bist, sie steht euch aber trotzdem Rede und Antwort. Damit zeigt sie durch ihr Verhalten, dass sie einverstanden ist. Du und dein Filmteam werdet aber voraussichtlich nicht als ProSieben-Team erkennbar sein – also fragt in jedem Fall nach.

Kann ich die Einverständniserklärung von jedem unterschreiben lassen, egal wie alt die Person ist?

Nein, die Person muss volljährig sein – ansonsten müssen die Erziehungsberechtigten unterschreiben. Außerdem sollten Jugendliche ab 14 Jahren zusätzlich zu den Eltern mit unterschreiben. Kinder, die älter als 7 Jahre alt sind, haben das Recht, ein Veto gegen die Zustimmung der Eltern einzulegen.

Was ist sonst nicht erlaubt?

Das Übliche: Es dürfen keine pornographischen, rassistischen, sexistischen oder sonstwie diskriminierenden Beiträge entstehen, genauso wenig gewaltverherrlichende, verleumderische, bloßstellende oder beleidigende Inhalte.

Bei Galileo werden manchmal so verrückte und riskante Versuche gemacht. Darf ich das auch versuchen?

Die actiongeladenen Experimente bei Galileo werden von Profis (z. B. Piloten, Fahrern, Stuntmen) unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt.

Sie dürfen in keinem Fall nachgeahmt werden.

Lass dich nicht zu gefährlichen Stunts à la „Jackass“ hinreißen, in denen du andere zu gesundheitsgefährdendem oder illegalem Handeln ermutigst. Das wird von unserer Jury gnadenlos aussortiert!