Alles nur geklaut? Der Umgang mit Fremdmaterial.

7. Die Verwendung von Musik, Fotos und Videos

Darf ich ein Lied meiner Lieblingsband oder etwas aus den Charts verwenden?

Nein. Auch wenn du dir das Lied auf iTunes oder als CD ganz regulär gekauft hast, hast du damit (fast) nur das Recht erworben, dieses Lied anzuhören. Wenn du es aber in deinen Videoclip schneidest, der dann auf YouTube oder ProSieben gezeigt wird, hörst du das Lied nicht mehr nur im privaten Rahmen, es hören auch ganz viele andere. Privat kannst du damit machen, was du willst – die entscheidende Trennlinie zwischen legal und illegal ist die Verbindung mit dem Video-Clip („Synchronisation“) und die Weiterverbreitung bzw. Veröffentlichung z. B. im Fernsehen oder auf YouTube („öffentliches Zugänglichmachen“).

Wenn ich den Song aber unbedingt verwenden will?

Vergiss es! Willst du das Lied auch für dein Video verwenden, reichen die 99 Cent für den iTunes-Download nicht aus. Du musst die Rechte für Synchronisation und Weiterverbreitung von den Labels und Musikverlagen ebenfalls kaufen. Und die kosten deutlich mehr als ein paar Cent. Genau aus dem Grund findest du auf YouTube auch immer wieder Videos mit diesem Bild:

Das macht doch jeder. Man darf sich halt nicht erwischen lassen.

Das Risiko solltest du nicht eingehen, selbst wenn du persönlich niemanden kennst, der erwischt wurde. Da dein Beitrag bei Galileo, taff oder Newstime ausgestrahlt werden soll, solltest du ProSieben kein Material unterjubeln, ohne im Besitz der Rechte zu sein. Im günstigsten Fall entdeckt ProSieben die Urheberrechtsverletzung rechtzeitig und streicht deinen Beitrag aus dem Wettbewerb (siehe Teilnahmebedingungen). Der schlechtere Fall: ProSieben wird vom Rechteinhaber verklagt bzw. muss die Nutzung bezahlen – und leitet diese Rechnung umgehend an dich weiter.

Na gut, dann halt nicht. Aber ganz ohne Musik ist doch auch langweilig.

Natürlich kannst und sollst du Musik einbinden – nimm einfach Musik, die du auch verwenden darfst! Es gibt unzählige Künstler, die ihre Songs gratis zur Verfügung stellen – als „Creative Commons“ (CC) (frei übersetzt = „kreatives Allgemeingut“). Das kann unterschiedliche Gründe haben, z. B. weil der Musiker kein Plattenlabel hat und kein GEMA-Mitglied ist und trotzdem seine Musik teilen möchte.

Wo finde ich denn solche Musik?

Dafür gibt es eine ganze Menge Websites und Musikportale - eine hilfreiche Links - findest du unten auf dieser Seite.

Aber sei vorsichtig, wenn bei einem solchen Portal „GEMA-frei“ steht: Das bedeutet nur, dass nicht die GEMA das Geld für die Musiker eintreibt, sondern sich die Musiker selbst um die Verwertung kümmern. „GEMA-frei“ bedeutet also nicht zwingend „umsonst“.

Wie kann ich Musik mit Creative-Commons-Lizenz verwenden?

Zuerst checkst du, welche Creative-Commons-Lizenz der jeweilige Song hat. Es gibt verschiedene Arten der Lizenzierung, die dir unterschiedlich viel Freiraum bei der Weiterverwendung einräumen. Praktischerweise steht an Songs mit einer CC-Lizenz immer auch dran, was man damit machen darf.

Dann notierst du dir den Namen des Songs und des Musikers sowie die CC-Lizenz und speicherst den Link, unter dem man den Song findet. Alle diese Angaben müssen dann für jedes verwendete Musikstück im Abspann deines Clips (und in diesem Formular) genannt werden.

Da dein Clip eventuell auf ProSieben ausgestrahlt wird, darfst du keine Musik verwenden, deren kommerzielle Nutzung verboten ist (also kein CC BY NC).

Hier werden die unterschiedlichen Lizenzen erklärt:

Namensnennung (CC BY)
Du musst den Namen des Urhebers und des Werkes nennen, also z. B. den Musiker/die Band und den Titel des Songs.

Namensnennung – keine Bearbeitung (CC BY ND)
Du musst den Namen des Urhebers und des Werkes nennen und du darfst das Werk nicht bearbeiten. Also nicht nur kein Remix des Songs machen, sondern nicht einmal aus- bzw. einblenden.

Namensnennung – nicht kommerziell (CC BY NC)
Du musst den Namen des Urhebers und des Werkes nennen und du darfst das Werk nicht kommerziell auswerten. Für Schools On! darfst du kein Werk mit diesen CC-Lizenzen verwenden!

Namensnennung – Nicht Kommerziell – Keine Bearbeitung (CC BY NC ND)
Du musst den Namen des Urhebers und des Werkes nennen + du darfst das Werk nicht kommerziell auswerten + nicht bearbeiten. Für SchoolsON darfst du kein Werk mit diesen CC-Lizenzen verwenden!

Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen (CC BY SA)
Du musst den Namen des Urhebers und des Werkes nennen und das Werk unter den gleichen CC-Lizenzen weitergeben, unter denen es lizenziert ist. Dein Videoclip muss also genau mit den gleichen Lizenzen versehen werden.

Namensnennung – nicht kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen (CC BY NC SA)
Du musst den Namen des Urhebers und des Werkes nennen und darfst das Werk nicht kommerziell auswerten und musst das Werk unter den gleichen CC-Lizenzen weitergeben, unter denen es lizenziert ist. Dein Videoclip muss also genau mit den gleichen Lizenzen versehen werden.

Gemeinfreies Werk: keine urheberrechtlichen oder verwandten Schutzrechte (CC0 oder auch PD – „Public Domain“).
Du darfst das Werk kopieren, verändern, verbreiten und aufführen, sogar zu kommerziellen Zwecken. Und musst nichts nennen :-)

Ich kenne jemanden, der selber Musik macht. Darf ich diese verwenden, wenn derjenige es mir erlaubt?

Das wäre natürlich ein Volltreffer, da alle etwas davon haben. Jemand, der selber komponiert, freut sich in der Regel auch, wenn seine Musik veröffentlicht wird und viele Zuhörer findet. Es lohnt sich also, wenn du dich in deinem Freundes- und Bekanntenkreis nach Musikern oder Bands umschaust oder mal bei der Schulband reinhörst. Wichtig ist allerdings, dass es sich nicht um Coverversionen handelt, sondern alles selbst komponiert ist – und die Musiker keine GEMA-Mitglieder sind.

Und wie ist das mit Fotos, die ich über die Google-Bildersuche finde?

Die darfst du genauso wenig nehmen – außer du hast mit dem Fotografen und demjenigen, der auf dem Foto abgebildet ist, geklärt, dass du das Bild verwenden darfst. Bei Fotos muss man immer mindestens zwei Sachen klären: Der Fotograf hat ein Recht an seinem Werk und muss einverstanden sein, dass du das Bild verwendest. Und es sind evtl. Persönlichkeitsrechte (siehe Kapitel 3) der abgebildeten Leute betroffen. Außerdem kannst du die Google-Suche verfeinern und dir nur Ergebnisse anzeigen lassen, die du auch verwenden darfst.

Darf ich Material aus anderen TV- oder YouTube-Beiträgen verwenden?

Nein, das ist genauso urheberrechtlich geschützt – und es werden möglicherweise Persönlichkeitsrechte verletzt. Denkbar wäre allerdings, einen YouTube-Beitrag zu verwenden, der mit einer CC-Lizenz versehen ist. Unter welcher Lizenz ein YouTube-Beitrag steht, siehst du, wenn du auf „mehr anzeigen“ klickst. Falls er keine CC-Lizenz hat, kannst du den jeweiligen YouTuber fragen, ob du sein Material verwenden darfst. Wichtig: Der YouTuber muss dir zusichern, dass die Leute, die in dem Video zu sehen sind, einverstanden sind (Persönlichkeitsrechtsschutz!).